Thron aus Sturm und Sternen – Flammenherz

Endlich ist der zweite Band der Dilogie auch erschienen und ich kann nur ein Wort dazu sagen: WOW!

Achtung! Spoiler!

Am Anfang ging mir die Hauptprotagonistin Kauna ziemlich auf die Nerven. Sie hat sich exakt an die Regeln der Crae gehalten, hat sich niemals von diesem Weg abbringen lassen. So geht es am Anfang des zweiten Bandes auch weiter. Doch schnell muss sie einsehen, dass die Regeln nicht immer richtig sind.

Der zweite Band beginnt nach der Flucht aus dem Hauptquartier der Haiduken und mit einem neuen Verbündeten. Kenan, der Haiduk, dem Kauna ihr Leben und das ihrer Kameraden anvertraute. Wie das ausging wissen wir ja.

Sie schlagen sich weiter durch das Land, finden totgeglaubte Freunde wieder und retten einigen sogar das Leben. Es gibt weiterhin viele Morde, viele Tote und viel Blutvergießen. Doch das Alles wird überschattet von einer großen Angst: Angst um Deema.

Deema kann endlich das Feuer seines Seelentieres Ryu beherrschen. Doch zu welchem Preis? Kauna und Kenan kommen sich näher, und wieder nicht. Ein bisschen Liebeschaos im Kriegschaos.

Die Gedankengänge und die Ideen von Annie Waye sind unergründlich. Aber sagenhaft.

Der schlimmste Moment ist der, in dem Kauna realisiert, dass Ryu nur durch einen Weg besiegt werden konnte. Indem sein Wirt, der einzig Lebende der Linie stirbt. Deema muss sterben. Und ich muss sagen, ich habe extrem geweint, als Kauna und Deema ihren Moment hatten, in dem er sie bittet, ihm diese letzte Ehre zu erweisen.

Gils Verrat an seinem Vater, indem er ihm ein Messer durchs Herz sticht, ist für mich einer der größten Gründe zum Feiern gewesen. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich den Halb-Crae für einen gefühlskalten Arsch gehalten. Ich revidiere meine Meinung nun. Er ist nicht gefühlskalt. Er wollte nur seinen Vater haben. Doch der hat ihn sogar fast noch schlimmer behandelt, als er sich selbst.

Malik… Was soll ich zu ihm sagen. Er ist ein Charakter, den man schlecht einschätzen kann. Er ist zwar da, wenn er gebraucht wird, aber die Crae sind ihm im Großen und Ganzen relativ egal. Er will sein Volk in Sicherheit wissen, was ich ihm nicht ankreide. Aber er nimmt keine Rücksicht auf sich selbst. Einerseits ehrenwert, andererseits dumm. Denn, wer sonst hätte Tara’Unn regieren sollen?

Ich finde die Wandlung zwischen Gil und Deema, die sich aufs Blut gehasst haben, wirklich toll. Nachdem der junge Mann starb, übernahm Gil es, ihm Frieden zu schenken, indem er das Ritual zu Ende brachte. Das war für mich ein wundervoller Moment. Er hat seine Differenzen mit dem anderen Mann beiseite geschoben und ihn in Frieden gehen lassen. Das hat ihn in meinen Augen viel größer erscheinen lassen.

Der Schreibstil, die Wendungen, die Höhepunkte, das Zusammenspiel der einzelnen Szenen, die roten Stränge, die sich durch das ganze Buch ziehen, haben diese Geschichte so wundervoll gemacht. Es gab immer wieder kleine, versteckte Hinweise, dass mit der einen oder anderen Person noch etwas Besonderes geschehen würde.

Die Dilogie „Thron aus Sturm und Sternen“ hat bei mir einen Platz im Herzen und wird da auch nicht mehr so schnell ausziehen. Ich mag High-Fantasy nicht, und doch habe ich diese Geschichte, die am Rande des Genres angesiedelt ist sehr genossen und verschlungen.

Und obwohl ich weiß, dass es grausame Momente gibt, dass ich wieder Herzschmerz erfahren werde, dass ich mich wieder von Personen, die ich lieb gewonnen habe, trennen muss, würde ich diese Bücher auf jeden Fall erneut lesen.

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